Son of the Velvet Rat – ein Name wie aus einem Noir-Roman, eine Musik wie der Soundtrack dazu, ein Duo von intensiver Anmutung. Ihre Bandbreite reicht von fragilem Neo-Folk-Chanson bis zu rauem Garage-Rock. Georg Altziebler singt, als hätte Leonard Cohen seine Stimme im Wüstensand Kaliforniens vergessen. Heike Binder reichert den stimmungsvollen Musikkosmos mit diversen Tasten- und Schlaginstrumenten und ihrer Stimme an. Lucinda Williams, Fan und Kollaborateurin der beiden auf dem Album “Red Chamber Music”, nannte Georgs Stimme einst “great and sexy-gravelly”, umwoben von Heikes “translucent harmonies, like desert roses circling a tattooed heart”. In ihren Stücken geht es um Atmosphäre, um Geschichten, um Einsamkeit, die nicht traurig macht, sondern seltsam tröstlich wirkt, verortet irgendwo zwischen Americana, Noise-Anklängen und düsterem Folk.
Live zeichnet sich das Duo durch eine besondere Vielfalt und Dynamik aus. Unterwegs sind die beiden gebürtigen Österreicher, die teils in den USA leben, aktuell mit Songs aus ihren “Red Barn Sessions“ und dem letzten Album „Ghost Ranch“ (Fluff & Gravy Records/ 2024). Beide Veröffentlichungen wurden im Red Barn Recorders Studio in der kalifornischen Wüste eingespielt. Mitgewirkt haben unter anderem so illustre Gäste wie Marc Ribot an der Gitarre oder Jolie Holland als Backup-Sängerin und an der Violine. Beide Alben erhielten hervorragende Kritiken diesseits und jenseits des Atlantiks.
Die „Gute Stube“:
Die „Gute Stube“ ist ein gemütliches wie unkonventionelles Hinterhof-Kulturwohnzimmer im Darmstädter Hoffart-Theater. In den einstigen Räumen einer ehemaligen Autowerkstatt sind einmal im Monat Künstler zu Gast, die dort inmitten einer gemütlichen Kulisse zwischen Ohrensessel, Sechziger-Jahre-Tapete und Stehlampe einen sehr intimen Auftrittsort genießen. Nischenkultur statt Großevent, kuschelig statt klotzig, lo-fi statt high-fi lautet die Losung an den charmanten Abenden mit beherzten Musikern, amüsanten Klangwerkern und auch mal scharfzüngigen Jungautoren. Das besondere und auf Einfachheit setzende Konzept jenseits des Mainstreams konnte schon jede Menge szenebekannte Musiker, internationale Acts oder Literaten anlocken und erfreut sich auch beim Publikum treuer Beliebtheit. Die Veranstaltungen beginnen stets um 20.15 Uhr direkt nach der Tagesschau, die zum Einstieg in den Abend auf einem Fernseher läuft. Und so geht es unermüdlich seit nunmehr 20 Jahren.
mehr unter