theaterqurantaene präsentiert: Baal (nach Motiven von B. Brecht)

theaterqurantaene präsentiert: Baal (nach Motiven von B. Brecht)

Premiere

Das VollblutGenie mit dem Anarcho-Touch. Baal. Der im Kanonenfeuer den Lichtzirkus am Himmel feiert und das Verderben nicht sieht. Ein Mensch mit Charakter, der auf unsere dekadente Moral pfeift. Ein Vorlaeufer von Jonathan  Meese. Dem Unternehmer spuckt er im piekfeinen Salon den Kaviar vor die Fuesse und zieht ihm seine Frau ab. Die sieben Todsuenden sind sein Knigge. Lustvoll jodelt er sich durch die verklemmte Buergergesellschaft.

Wollluestig seziert er den diskreten Charme der Bourgeosie. Hirn und Schwanz und Magen sind der Kraftstoff seiner Kunst. Maenner und Frauen verfallen ihm reihenweise. Dabei zieht  die grosse  fette (ja: auch guetige) Mama im Hintergrund die Strippen. Beileibe kein billiger  Macho. Er lebt fuer die Kunst, seine Kunst, die sich einen Dreck schert um uns. Da schwaengert er die eine, laesst sie sitzen und kopuliert  schon mit der naechsten. Himmelherrgott, da gibts keinen Gott – ausser und ueber ihm. Er, der Heilsbringer. In de Sades Umgebung haette er sich wohl gefuehlt. Wie eine Folge von grusligen Ritualen spult sein Leben ab. Ein rastloses Ungeheuer pfluegt er alles um, kehrt das Unterste zu Oberst. Er hinterlaesst eine faszinierend-eklige Spur von Blut und Sperma – und wundervolle Texte. 

Die Herren vom Wacken verblassen neben diesem genialischen Wuestlings. Kein Stoff fuer unsere Traeume, im kompromisslosen Dauerrausch tappt er elefantoes mit seinen grossen traurigen Augen durch unsere kaputte Welt. Keiner weiss woher er kommt, wohin er geht.