Peter und Klaus

Peter Keune

Die stille Stütze des Theaters

Peter Keune

Als Techniker, Musiker, Organisator und Theaterpädagoge iA. ist Peter Keune einer der Menschen, die das HoffART-Theater beleben. Als gelernter Tischler erarbeitet Peter zusammen mit den Kreativen der HoffART-Familie, die Kulissen und die Beleuchtungseffekte, sowie den Sound.

 

Nach über 25 Jahren kehrte Peter 2011 nach Darmstadt zurück. Über einen Bekannten lernte er Klaus Lavies und mit ihm das HoffART-Theater kennen. Drei Wochen Zusammenarbeit reichten aus, um festzustellen: Die Chemie passt. Peter wurde zum festen Bestandteil der HoffART-Familie und lebt seinen Beruf mit totaler Hingabe.

60 Prozent Kunst und 40 Prozent Struktur – das ist der Beitrag, den Peter Keune nach eigenen Aussagen zur täglichen Arbeit leistet. Die “ordnende Hand” im Hintergrund kümmert sich viel um Organisatorisches, wodurch Theaterleiter Klaus Lavies Freiraum zur künstlerischen Entfaltung hat. Davon profitieren vor allem die Kinder, die in den Schauspielgruppen von Klaus die volle Aufmerksamkeit bekommen.

Aber auch Peter zieht seinen Nutzen aus der kreativen Atmosphäre: “Klaus inspiriert mich. Das wirkt sich besonders auf die Musik aus, die ich für die Aufführungen schreibe.” Das harmonische Verhältnis der beiden Kollegen ist Grundlage der erfolgreichen Zusammenarbeit.

Ab Januar 2015 wird Peter sich wenigstens für ein Jahr auf die Prüfung zum Theaterpädagogen vorbereiten. Seine Position im Verein aber, für ihn ganz selbstverständlich, weiterführen.

 

Klaus Lavies

„Mach doch mal Theater mit Kindern!“

Klaus Lavies

Klaus Lavies wäre von sich aus nie auf die Idee gekommen, Theater mit Kindern und Jugendlichen auf die Beine zu stellen. Doch als ihn eine Freundin in Südfrankreich danach fragte, zeigte sich der gelernte Schauspieler und Pantomime schnell begeistert: „Ich hatte schon immer ein tolles Verhältnis zu Kindern und habe auch viele Stücke für Kinder aufgeführt. Da war es naheliegend nicht nur für, sondern auch mit den Kleinen zu arbeiten“. Seit diesem Urlaub in Südfrankreich 1997 hat sich das Leben des Theaterpädagogen grundlegend verändert. Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen wurde für Klaus zum Alltag und das HoffART entwickelte sich zu einer kulturellen Institution in Darmstadt.

Die herausragenden Kritiken zum ersten Kindertheaterstück „Lulu und Bobu auf einer Reise nur aus Liebe“, führten Klaus 1999 zu der Entscheidung, zukünftig nur noch Stücke mit Kindern und Jugendlichen inszenieren zu wollen. Aus etwa zehn Kindern in der ersten Gruppe sind im Laufe der Jahre über 50 Nachwuchstalente geworden. Mehr als 20 Stücke haben die zahlreichen Jungschauspieler seitdem einstudiert und vorgeführt.

Durch die Inszenierungen mit Kindern und Jugendlichen hat sich Klaus Lavies selbst verwirklicht und das HoffART zu einer kleinen Talentschmiede geformt. Einige der jungen Schauspieler, die bereits seit dem Beginn Teil der Theaterfamilie sind, haben sogar den Sprung auf die Schauspielschule in Frankfurt gewagt und lassen sich dort professionell ausbilden.

Egal ob „Jim Knopf“, „Emil und die Detektive“ oder „Krabat“, die Aufführungen im HoffART sind so vielseitig wie die Interessen der Kinder und Jugendlichen selbst. Dabei ist für Klaus bei einer Inszenierung besonders wichtig, dass über die Inhalte gelacht, aber auch nachgedacht werden kann. „Kinder wollen lachen, das ist doch ganz klar. Trotzdem möchte ich in unseren Stücken auch gerne Tiefgang haben.“ Da kann es dann schon vorkommen, dass sich die Raupe Nimmersatt durch „Medienmüll“ frisst. Das lässt die Jüngeren lächeln und die etwas Älteren grübeln.

Doch nicht nur solche Klassiker des Kindertheaters finden den Weg auf den Spielplan, auch komplett selbst gestaltete Inszenierungen spielen für Klaus eine große Rolle. Für eigene Stücke wie „Farcebook“ entstehen Drehbücher und Regieanweisungen aus den Ideen von Kindern und Jugendlichen, die an der Umsetzung von Anfang an mit beteiligt sind.

Zeit für eigene Schauspielerei ist zwischen regelmäßigen Proben und Aufführungen zwar nur noch selten, doch das scheint den Künstler nicht zu stören: „Als ich Vater wurde, hat sich mein Fokus verschoben. Man sieht sich nicht mehr als als wichtigsten Menschen der Erde, von daher ist es nicht zwingend nötig, unbedingt selbst auf der Bühne zu stehen.“ Die Kinder in den Theatergruppen des HoffART sind die Profiteure dieser Einstellung. Und das merkt man den Theaterstücken an.